Der Boden der Champagne
Vor 70 Millionen Jahren bedeckte das Meer die Gegend der Champagne.
Mehrere Millionen Jahre später trugen die Erschütterungen und
Erdbewegungen zur Bildung eines Kreidesockels bei. Diese Kreide ist ein
wahrer Segen für den Wein der Champagne. Ihre Durchlässigkeit und
Reichhaltigkeit geben dem Champagner eine Feinheit, die bis heute
seinesgleichen unter den Schaumweinen aus anderen Teilen der Welt sucht.
Der Kreidesockel ist in unterschiedlichem Maß (über 60%)von einer Schicht
aus Lehm und Kalk bedeckt, dies ist die Erklärung dafür, warum die
verschiedenen Rebsorten nicht gleichmäßig in den Regionen der Champagne
angepflanzt werden. So gedeihen denn auch Rebsorten wie der Chardonnay,
der Pinot Noir
und der Pinot Meunier auf dem ihren spezifischen
Eigenschaften entsprechenden Untergrund, wie Kalk- oder Lehmböden bzw.
auf Kreideböden.
Die Bedeutung der Kreide:
Epernay, die Hauptstadt der Champagne, feiert jedes Jahr im Juni das
Kreide-Fest.
Dieses Ereignis, das ursprünglich als "Festival der Kreide" bezeichnet
wurde, heißt heute "Tribüne der Kreide".
Das Ziel des Fests seit seiner Einführung ist immer dasselbe... die
Ehrung der Kreide aus dem vorzeitlichen Meer.
Der Aufschwung des Weinbaus in der Champagne ist auf diese dichte
Kreideschicht von bis zu 200 Metern Tiefe zurückzuführen. Zwei Arten von
Kreide, der Belemnit und der * micraster, kommen in der Champagne vor.
Der Belemnit befindet sich unter den besten Weingärten (die Premiers und
Grands Crus) und der * micraster an den sanfteren Hängen im Süden der
Champagne.
Welchen Einfluß übt nun die Kreide auf die Rebe aus?
- Sie reflektiert die Sonnenstrahlen auf die Traube, was ihr erlaubt, eine
konstante und langandauernde Temperatur beizubehalten (in der Champagne
gibt es recht frische Tageszeiten).
- Begünstigt die Schaumbildung und die Weinreifung. Des weiteren sind die
geräumigen Weinkeller der Champagne (einige erreichen Dutzende von
Kilometern) in die Kreide gegraben, die eine regulierende Auswirkung auf
die Temperatur hat. Die Temperatur beträgt konstant zwischen 8 und 12ºC.
Ein großer Teil dieser wunderbaren Galerien (von denen manche unter
Denkmalschutz stehen) waren ursprünglich Steinbrüche, die die zur
Erbauung der Städte der Region notwendigen Steine lieferten (gallisch-
römisches Zeitalter).
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